DEUTSCH-ROCK-NACHT 2009

Gute-Laune-Hoppsassa und Neue Delitzscher Härte
Leipziger Volkszeitung vom 31. März 2009

Als der alte Veranstaltungshase Dietmar Jost einst auf die Idee kam, der musikalischen Jugend eine Chance zu geben, und im Schladitzer Hof die Räumlichkeit dazu fand, hätte wohl niemand geglaubt, dass sich das Foyer eines Hotels dazu eignen könnte. Zumal auf dem Dorf. Aber was im Großen geht, geht auch im Kleinen. Mittlerweile hat sich die Entrée-Schaltzentrale zwischen Treppen und Gängen zu einer kleinen Rock-Bastion entwickelt. Am Sonnabend fand in dieser die zwölfte Auflage des fröhlichen Miteinander-Musizierens mit stromfressenden Instrumenten statt, dieses mal allerdings nicht unter Wettkampfbedingungen. Schlichtweg „Deutschrock“ stand im Mittelpunkt.

Für Gute-Laune-Hoppsassa-Stimmung, melancholische Tränenrührer beziehungsweise Händchen-Halte-Kuschel-Zeit, aber auch Testosteron schürende Pogo-Takte sorgten drei Bands gut drei Stunden lang. Das RÜCKSAITE (n)-Quartett aus Merseburg kitzelte den knapp 100 Anwesenden die ersten rhythmischen Zuckungen aus den Beinen. Ausgebaut wurde das stelengleiche Wippen vom Halleschen Trio SOWAS. 

     Die Fans hatten den Schuhsohlenkleber gelöst und begannen beim Gute-Laune-Hook mit den Hüften zu kreisen. Intonierten Spaß gab’s von der treppengerahmten Bühne mittels Hand- und Stimmfertigkeiten von Peter „Pete“ Treskow, Henne Reichold und Henriette Selle zurück. Ideen, die Henne dank der Bänder im Hals rausposaunt, holt sich der 29-Jährige in Strieses Biertunnel. Da entstehen dann Lobeshymnen auf das wabernde Knattermobil aus Duroplast oder auf Wir-haben-dich-so-lieb-Pete.

Seine Sonnenseite zeigte dieser im epengleichen Saiten-Solo-Liebesspiel. Mit gezogenem Schock steigt die Motorentemperatur der Band und Fans weiter an. Billy das Schaaf und Quaki tun ihr Übriges. Das Finale kulminiert nach den selbstbewussten Zeilen „Wir sind jung, seh’n gut aus, wir ha’m gerockt, ihr habt geschrien“ in einer Kissenschlacht.

Danach durfte Frank Rembarz, der stur geradeaus ins Leere blickte, seinen „Käfig“ verlassen. Spaßmusi wich der „Neuen Delitzscher Härte“ von RAMMELSTEIN. Derbe Riffs, eine fiese Stimme und Nebelschwaden surrten durch die Luft. Im tiefsten Lober-Bodennebel strahlte Francis Rembarz galionsfigurengleich an der Matrosen-Quietschkomode. Dirk Nolde ruderte filigran in orangener Wanne über seine Saiten, ließ sich über die Bass-Wellen von Jörg Meißner tragen, während Toralf Hube den peitschenden Sklaven-Rudertakt angab, dem alle folgten.

Text: Alexander Bley, AdA Leipziger Volkszeitung, 31.03.2009
Foto: © 2009 by Alexander Bley

DEUTSCH-ROCK 2009

 

DEUTSCH-ROCK 2009
Wir danken

Unser Dank gilt dem Veranstalter Dietmar Joost vom Rackwitzer Veranstaltungsservice sowie Carsten Scheufler vom Hotel "Schladitzer Hof" in Rackwitz, die uns diesen abwechslungsreichen Abend ermöglichten. 
 

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MINI-ROCK 2008

Mini-Rock-Festival im Delitzscher Werkstättenweg zieht 450 Live-Musik-Fans an Leipziger Volkszeitung vom 26. August 2008

„Ein heller Schrei, Feuer frei! Bang Bang!“ – Neue Delitzscher Härte, vorgetragen vom Till Lindemann-Verschnitt Frank Rembarz, der sich am Sonnabend extra in Schale geworfen hatte. Im Kontrastprogramm zum Mini-Rock-Festival aber nicht in selbigen Stöffchen, sondern in einer Schweizer Felduniform, die er gemeinsam mit Frau Petra in mühevoller Rubbel- und Wetzarbeit aufgebraucht trimmte. Dazu stählte er seinen Körper in unendlichen Konditions- und Krafteinheiten, ölte für den ersten großen Auftritt die braune Haut, weißte das pechschwarze Haar, schminkte die Augen im Kontrast dazu wie Pech und paarte das ganze mit einem irren, aber konzentrierten und stierenden Blick.

„Rammstein – Ein Mensch brennt!“ sticht der 48-Jährige die Töne aus seiner Kehle ins Mikrofonherz. Dabei sind dem Lindemann-Duplikat gerade diese Zeilen abzunehmen. Denn an seinen Armen lodern just in diesem Moment die Flammen. „Das ist Adrenalin pur, vor so vielen Leuten zu stehen“, beschreibt Rembarz das musikalische Bühnenverweilen.

Die 450 Gäste (laut Veranstalter Heinz Barthel) hatten die Respekthaltung vor der Bühne im Hof des Unternehmers abgelegt, als RAMMELSTEIN die Bretter betrat. Nicht ganz so teutonisch, wie es der Sänger vormachte, aber dennoch stilecht, zogen Toralf Hube, Jörg Meißner, Dirk Nolde und Dieter Stahl auf der Bühne nach. Meißner versteckte sein Haupt unter einer Glatzenperücke, die mit Isolierband am Kopf fixiert wurde, „Kick“ Stahl sein Haupt unter einer spitzschnabeligen Pestmaske und Nolde, der auch mal als Alleinunterhalter fungieren kann, schlicht seinen Körper in einen Blaumann. Eine Stunde im Regen zogen sie im Links-Zwo-Schritt ihre Register, trällerten mit PLANZWOO-Nachtigal Verena Gräfe über Gottlosigkeit, um geläutert als Seemann eine Lebensbilanz zu ziehen.

„Asche zu Asche“, schreit Rembarz das Mikrofon zu Boden, „Staub zu Staub!“. Die Leute, junge und alte, gehen vor der Bühne trotz Regen mit. Musikalisch waren RAMMELSTEIN die Pol-Ausreißer des Abends. Zum gegenüberliegenden zog es das Gitarrenduo HANDS ON STRING, bestehend aus Thomas Fellow und Stephan Bormann, die den Abend eröffneten. Die Gitarreros brachten mit ihren scheinbar 500 Fingern die Saiten der Instrumente zum Glühen. Was nicht jedermanns Geschmack war, weil einfach für die meisten die Qualität des virtuosen Spiels nicht einordenbar.

Oldie-Hausmannskost aus der Mitte kam von PLANZWOO, die zu Beginn ihres Auftrittes sichtlich nervös waren und gemeinsam nach einem Takt suchten. Diesen auch ein wenig später fanden, um sich damit Sicherheit zu erspielen. SPÄTLESE, die altgedienten und gestandenen Delitzscher Blues-Freaks, ließen ihre Gitarren voller Sehnsucht von der Ferne weinend berichten, bevor es die rocktragenden Tauchaer SONS IN LAW auf die Bretter zog. Altbewährtes trug Raymon Aston vor, der im Garten Vanessa Ambos traf, die von Aurèlie und ihren Problem trällerte.

NOLDE gab hinter seinem „Beißkorb“ dazu Tipps, was es in Alabama alles zu sehen gibt. ETC ließ das erste Open-Air gebührend ausklingen. „Mini-Rock findet wieder statt“, versprach Heinz Barthel schon des Abends von der Bühne herab, „der Bedarf an Live-Musik ist da. Nächstes Jahr im Mai gibt es eine Neuauflage.“

Text: Alexander Bley, AdA Leipziger Volkszeitung, 23.08.2008
Fotos: © 2008 by Norman Rembarz, © 2008 by MEDIAMOODS

MINI-ROCK 2008

 


MINI-ROCK 2008

Beim 1. Mini-Rock-Musik-festival in Delitzsch hatten wir unseren ersten größeren Auftritt.
Um die 200 Rammstein-Fans standen trotz Regens vor der Bühne, um die von uns gecoverten Rammstein-Songs live zu erleben.
Ein Auftritt, den wir nicht so schnell vergessen werden.


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